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  • Dr. med. Norbert Hüllebrand
    Dr. med. Norbert Hüllebrand
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Struma

= Operationen an der Struma


Die Struma ist definiert als Vergrößerung der Schilddrüse jeder Art und ist die häufigste endokrine (hormonbedingte) Erkrankung auf der Erde.

Ursachen
Die häufigste Ursache für die gutartige, nicht durch eine Überfunktion komplizierte Struma, ist der Jodmangel. In den Alpenländern ist dieser durch eine gesetzlich geregelte Jodsalzprophylaxe deutlich zurückgegangen. Sehr viel seltener sind andere Ursachen. Das Schilddrüsenhormon spielt eine wichtige Rolle in der Regulierung des Stoffwechsels. Deshalb versucht das Gehirn, immer einen ausreichend hohen Hormonspiegel zu gewährleisten und schüttet bei Hormonmangel vermehrt Thyreotropin aus, was zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führt. Bei einigen Schilddrüsenerkrankungen unterliegt die Schilddrüse nicht mehr der Kontrolle des Gehirns und produziert unabhängig vom Hormonbedarf Schilddrüsenhormon. Dies kann zu einer Überfunktion mit entsprechenden Krankheitssymptomen führen.
Es gibt isolierte Knoten in der Schilddrüse, die eine Überfunktion bewirken, die dem üblichen Regelmechanismus zwischen Gehirn und Schilddrüse nicht folgen. Eine diffuse Überfunktion liegt bei dem sog. Morbus Basedow vor.
Wie in jedem Organ können auch in der Schilddrüse bösartige Erkrankungen entstehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebsarten können die meisten Krebsformen der Schilddrüse mit einer sehr guten Aussicht (90 – 95 %) auf eine dauerhafte Heilung behandelt werden.

Diagnose
Zur Diagnosesicherung gehört zuerst die körperliche Untersuchung und eine Blutentnahme zur Feststellung der Stoffwechsellage. Als wenig belastende Untersuchung wird heute meist der Ultraschall routinemäßig durchgeführt. Ein Schilddrüsenszintigramm ergänzt in vielen Fällen diese Untersuchung. Eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie sowie Punktionszytologie, feingewebliche Untersuchung entnommener Zellen, kann in Einzelfällen notwendig werden.

Therapie
Funktionsstörungen ohne wesentliche Vergrößerung der Schilddrüse lassen sich durch Hormon- oder Medikamentengaben oder mit radioaktiv angereichertem Jod behandeln. Treten jedoch mechanische Probleme wie Schluckstörungen oder Atembeschwerden in den Vordergrund, bleibt zur Beseitigung dieser Symptome nur die operative Verkleinerung der Schilddrüse. Besteht der Verdacht, dass sich in einem „kalten Knoten“ (Schilddrüsenbezirk, der im Szintigramm nur wenig oder kein Jod aufnimmt) ein Schilddrüsenkrebs verbirgt, bleibt ebenfalls nur die operative Entfernung dieses Knotens. Bestätigt sich bei der Gewebeuntersuchung unter dem Mikroskop die Diagnose eines Schilddrüsenkrebses, muss in den meisten Fällen die gesamte Schilddrüse entfernt werden.
Die beidseitige subtotale Schilddrüsenentfernung wird heute zunehmend durch die Totalentfernung einer (meist mehr betroffenen) Seite und Teilentfernung von knotigem Gewebe der anderen Seite ersetzt, wobei funktionstüchtiges Gewebe geschont wird. Häufig ist das Gewebe jedoch so stark pathologisch (krankhaft) verändert, dass auch die verbliebene Schilddrüse bis auf kleine Reste entfernt werden muss.

In ausgewählten Fällen (bei kleinen Schilddrüsenlappen und kleinen Knoten unter 2 cm Durchmesser) kann die Operation über einen minimal-invasiven Zugang (ca. 2 cm großer Schnitt) operiert werden. Dies ist allerdings nur bei etwa 10 % der Patienten möglich, die sich einer Operation unterziehen müssen.

Komplikationen
Eine bekannte, glücklicherweise seltene Komplikation ist die Verletzung der Stimmbandnerven, was zu Heiserkeit führen kann. Selten sind Funktionsstörungen der Nebenschilddrüse, die sich in Missempfindungen an den Fingern oder einer Neigung zu Muskelkrämpfen, äußern können. Eine Freilegung der Stimmbandnerven während der Operation verhindert mit größter Wahrscheinlichkeit eine Verletzung der Nerven, kann aber nicht immer vermeiden, dass dieses empfindliche Gebilde in seiner Funktion vorübergehend gestört wird. Meist kommt es Wochen bis Monate nach der Operation zu einer Erholung der Nervenfunktion.
Das Neuromonitoring (eine Messung der Nervenfunktion während der Operation) verspricht eine noch höhere Sicherheit im Hinblick auf eine sichere Schonung der Stimmbandnerven.

Wichtig ist, dass nach einer Schilddrüsenoperation eine entsprechende Prophylaxe, meist Einnahme von Jod und/oder Schilddrüsenhormon, durchgeführt wird, um zu verhindern, dass sich die Schilddrüse wieder vergrößert.

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